Schüler*innenmentoren am Leibniz Gymnasium Leipzig


Schülermentor*innen bei der Betreuung der Spielekiste (09/2020)

von Pauline Langrzik und Susann Bonitz


GRUNDFRAGE

Wie kann eine Willkommenskultur und gemeinsames Lernen an Schulen praktisch umgesetzt werden und was hat das mit einem oGTA zu tun? Finden wir es heraus!


FAKTEN

Unsere Schule, Leibniz Gymnasium in Leipzig, wird von einer Schülerschaft aus 40 verschiedenen Nationalitäten besucht. Das wirkt sich erstaunlich positiv auf das Miteinander der Schüler*innen untereinander aus. Um die Willkommens- und Schulkultur auch in Zukunft zu fördern und weiterzuentwickeln, entstand die Idee der Schülermentor*innen als offenes Ganztagsangebot (oGTA). Dabei begrüßen Schüler*innen der Klassenstufe 10 die neuen Lernenden der Klasse 5, unterstützen sie und begleiten die Klasse und deren/dessen Lehrer*in das erste Schuljahr am Gymnasium.

Dabei haben die Schüler*innen beider Klassenstufen (5 und 10) die Möglichkeiten, bei der Organisation, Durchführung, Veränderung und Weiterentwicklung schulischer Prozesse mitzuwirken. Somit erfahren sie aktive Teilhabe. Sie können sich mit der Leibnizschule identifizieren und mit ihren Lehrer*innen, Mitarbeiter*innen und den Mitschüler*innen als Gemeinschaft definieren. Durch dieses Angebot vernetzen sich Schüler*innen auf verschiedenen Ebenen und Wegen und der Austausch von Erfahrungen erweitert die sozialen Kompetenzen aller Beteiligten.

START MIT LANGZEITWIRKUNG

Start des oGTA „Schülermentor*innen“ war der Schuljahresbeginn 2018/19. Auslöser war eine Fachleiterweiterbildung bei Frau Rassat (Nikolai Gymnasium, Leipzig). Dem folgte ein reger Erfahrungsaustausch. Mit Hilfe praktischer Tipps lief das Mentorenprogramm schnell an und findet nun bereits im dritten Jahr statt.

Am Ende eines jeden Schuljahres erfolgt in den 9. Klassen die Anfrage, wer Interesse hat, am Mentorenprogramm teilzunehmen. Für die neuen 5. Klassen werden je nach Anzahl der Freiwilligen mindestens drei Schülermentor*innen eingeteilt.

Termine, Treffpunkte, Aufgabenverteilung etc. werden von den Schüler*innen in Absprache mit mir (Frau Langrzik) festgelegt. Alle zwei Wochen treffen wir uns zum Erfahrungsaustausch bzw. zur Organisation neuer Aktionen.


Zu den Aufgaben der Schülermentor*innen zählen:

  • die Begrüßung der neuen 5. Klassen am ersten Schultag (mit den Klassenlehrer*innen und Vertretern der Schulleitung)

  • die zeitweise Begleitung dieser Klassen während der ersten Schulwoche (Kennenlernen der Schule, Räumlichkeiten und Hausordnung, Hilfe bei Fragen zum Schulalltag; ...)

  • Unterstützen und Begleiten der Kennenlernfahrt

  • Organisation, Durchführung und Nachbereitung von Klassen- und Schulveranstaltungen (Weihnachtsmarkt, Weihnachtsfeier, Spendenlauf, Hoffest, Abend der offenen Tür, Basteln zu Ostern, Mutter- und Vatertag,...)

  • Unterstützung und Beratung bei Konflikten in der Klasse (Ansprechpartner für Schüler*innen, Bindeglied zur Klassenlehrer*in und zu den Mitschüler*innen)

  • Unterstützung bei der Inklusion und Integration von benachteiligten Schüler*innen durch gruppendynamische Prozesse und Aktionen

  • Betreuung einer Spielekiste (durch den Förderverein angeschaffte Kiste voller Bewegungsspiele für den Pausenhof)

Die Mentor*innen sammeln vielfältige Erfahrungen besonders im Bereich der sozialen, strategischen und organisatorischen Fähigkeiten. Als Bestätigung erhalten sie am Schuljahresende ein Zertifikat, welches ihr ehrenamtliches Engagement bescheinigt.

AUSBLICK

Für die Zukunft wünscht sich das Leibniz Gymnasium, dass die Mentor*innen an Seminaren zum Thema Konfliktlösung, Streichschlichtung und Umgang mit verhaltensauffälligen bzw. schlecht integrierten Schüler*innen teilnehmen können.

Des Weiteren werden Lern- und Nachhilfeangebote (Lernen lernen und/oder Schüler helfen Schülern); sowie ggf. Hausaufgabenbetreuung angestrebt, die das gemeinsame Lernen an unserer Schule erweiternd unterstützen sollen.


Wir blicken mit Vorfreude in die Zukunft und wissen, dass besonders in diesen Zeiten

soziales Miteinander und gemeinsames Lernen die besten Fundamente für eine Gesellschaft sind, in der sich jede und jeder einbringen kann.

Neu im Blog:

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